Sprüche, die weh tun
Diskriminierung
aufgrund einer Behinderung
Anna hat eine Lernbehinderung und muss sich oft gemeine Sprüche anhören, weil sie auf eine Förderschule geht. Sie wird wegen ihrer Behinderung diskriminiert. Dafür gibt es ein Fachwort: Ableismus
Ausgesprochen: Ey-bell-is-mus oder auch Abb-le-ismus
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Mehr InformationenPositiver Abelismus:
Nett gemeint – aber …
Was Menschen mit Behinderung manchmal hören – und warum das nicht so gut bei ihnen ankommt.
Behinderung – was meint
man damit?
Behinderung bedeutet, dass ein Mensch langfristig eine oder mehrere Beeinträchtigungen hat. Diese können den Körper, die Seele, den Geist oder die Sinne betreffen. Manchmal ist eine Behinderung sichtbar, zum Beispiel durch einen Rollstuhl.
Manchmal sieht man jemanden die Behinderung nicht an, zum Beispiel bei einer Aufmerksamkeitsstörung oder Autismus.
Eine Beeinträchtigung muss kein Problem sein. Viele Menschen sind zum Beispiel kurzsichtig – sie haben also eine Beeinträchtigung beim Sehen. Eine Brille dient hier als Nachteilsausgleich, der bei den meisten Menschen ausreicht, um uneingeschränkt am Leben teilhaben zu können. Aber nicht jede Person, die eine Brille trägt, kann damit ihre Beeinträchtigung vollständig kompensieren.
Eine Behinderung entsteht dann, wenn die Beeinträchtigung nicht ganz ausgeglichen werden kann und jemand mit einer Beeinträchtigung anders behandelt wird. In der Gesellschaft gibt es viele Barrieren. Diese Barrieren können das Leben von Menschen mit Behinderung und ihre Teilhabe in der Gesellschaft erschweren. Teilhabe bedeutet: Selbstbestimmt mitmachen können – ohne fremde Hilfe. Ob in der Schule, bei der Arbeit oder in der Freizeit: Jeder Mensch soll überall dabei sein können. Das heißt: Man entscheidet selbst, was man tun möchte und bekommt die Unterstützung, die nötig ist, um ohne Hindernisse am Leben teilzunehmen.
Deswegen wird auch gesagt:
Dieser Spruch stammt aus der Behindertenbewegung mit dem Ziel sich für die Rechte von Menschen mit Behinderung einzusetzen. Er sagt: Ob jemand behindert ist, hängt nicht nur vom Körper oder der Psyche ab.
Es geht um mehr: Zum Beispiel, ob es Rampen gibt, ob man mitreden darf oder ob man Unterstützung bekommt.
Das heißt:
Nicht nur die Behinderung selbst zählt, sondern auch, wie die Gesellschaft damit umgeht.
Was sind Förderschulen
und inklusive Schulen?
Wie lernen Kinder an einer
inklusiven Schule?
Inklusive Schulen gelten inzwischen als bessere Lösung für die meisten Kinder und Jugendlichen mit Behinderung. Die Schule An der Burgweide in Hamburg ist ein gutes Beispiel dafür. Die Schule bringt Kinder mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund und 29 Muttersprachen zusammen. Kinder mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf werden hier unterrichtet. Die Schule hat sogar einen Preis erhalten: den „Jakob Muth-Preis für inklusive Schule“.
Eine Schülerin der inklusiven Schule An der Burgweide in Hamburg erzählt, was ihre Schule besonders macht: „Sie hat das Tor offen und da können alle Schüler rein und dass sie sehr hilfsbereit ist für jeden Schüler, der eine Schwäche hat.“ Genau das ist das Motto von inklusiven Schulen: Alle sollen gemeinsam lernen – egal ob mit oder ohne Behinderung. Jede und jeder wird individuell unterstützt, damit alle mitmachen können. In dem Video stellen die Schülerinnen und Schüler ihre Schule vor.
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Mehr InformationenInklusive Schule oder
Förderschule? Ein Streitthema
Pro Inklusive Schule
Toleranz und Vielfalt lernen
Alle Kinder lernen früh, dass es normal ist, wenn Menschen unterschiedlich sind.
Gerechte Chancen bieten
Schülerinnen und Schüler mit einer Behinderung können gleichwertige Schulabschüsse machen. Sie haben dadurch bessere Chancen auf dem
Arbeitsmarkt.
Teilhabe ermöglichen
Inklusive Bildung ist ein Menschenrecht und wird international gefordert.
Keine Ausgrenzung
Kinder mit Behinderung gehören einfach dazu. Sie werden nicht gemobbt, weil sie auf eine Förderschule gehen.
Pro Förderschule
Spezielle Lehrkräfte
Förderschulen haben Lehrkräfte, die sich besonders gut mit Behinderungen auskennen.
Kleine Klassen
Es gibt weniger Kinder in der Klasse. So bekommen alle mehr Hilfe und Aufmerksamkeit.
Weniger Druck
In Förderschulen gibt es weniger Leistungsdruck. Kinder können in ihrem eigenen Tempo lernen.
Besondere Ausstattung
Förderschulen haben spezielle Räume und Hilfsmittel. Diese sind auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingestellt.
Welche Schulen besuchen
Kinder und Jugendliche
mit Förderbedarf?
Im Schuljahr 2023/24 gab es in Deutschland 608.097 Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf.
263.734 (ca. 43,4 Prozent) besuchten eine Regelschule an der inklusiv unterrichtet wird.
344.363 (ca. 56,6 Prozent) besuchten eine Förderschule.
Förderschule – und
was dann?
Denk mal mit – Wie inklusiv
ist deine Schule?
Anna kann sich gut vorstellen, auf eine Regelschule zu gehen. Sie möchte auch mit Schülerinnen und Schülern ohne Behinderung zusammen lernen. Und sie möchte einen regulären Schulabschluss machen.
Aber sie ist unsicher: Ist die Schule auch dafür vorbereitet?
Was meinst du? Wie inklusiv und barrierefrei ist deine Schule? Überlege mal!
Gibt es Barrieren in den Köpfen?
Gehen wir respektvoll miteinander um?
Gibt es Vorurteile?
Wen können wir fragen, wenn es
Probleme gibt?
Passt es für alle? Schalter, Fenster, Waschbecken, Stühle, Tische, Toiletten?
Gibt es bauliche Barrieren? Treppen, Aufzüge, Glasscheiben?
Sind unsere Lehrkräfte geschult? Brauchen sie Unterstützung von Sonderpädagogen?
Haben wir Software und Technik, die unterstützt?


















